Der Hunsrück-Radweg

21. Juli 2011

Schon immer gehörte das Radfahren im Hunsrück zu den schönsten und beliebtesten Aktivitäten, denn die Mittelgebirgsregion hat sich viel von ihrem ursprünglichen Charakter bewahrt. Radfahrer finden hier viel Abwechslung vor und können abseits großer Hauptstraßen die Landschaft genießen.
Ganz neu verfügt das 80 km lange Mittelgebirge nun erstmals über eine durchgehende Verbindung von West nach Ost, der Hunsrück-Radweg erschließt dazu als Höhenweg die gesamte Region. Für ambitionierte Radfahrer existiert nun außerdem eine Verbindung zwischen dem Rhein-Radweg im Osten und dem Saar-Radweg im Westen des Hunsrück.

Der neue Radweg ist insgesamt 155 km lang und benutzt teilweise bereits bestehende Radwege als auch neue Streckenabschnitte. Er ist bereits komplett ausgeschildert dank Unterstützung durch das Land Rheinland-Pfalz und der Europäischen Union.
Wer die Gesamtstrecke zurücklegen möchte, sollte jedoch ein bisschen Fitness mitbringen, ein geübter Freizeitradler sein. Einzelne Etappen schafft natürlich auch der Radler, der nur gelegentlich auf dem Velo sitzt.
Die offizielle Tourenbeschreibung unterteilt den Radweg in 4 Etappen, danach ist der Start im Westen in Saarburg und der Weg beginnt mit einem Anstieg entlang der Saar, der gleich einer der steilsten der Tour ist. Länge dieser Etappe: ca. 29 km.
Die zweite Etappe führt auf 48 km quer durch den so genannten Hochwald. Ein Teil der Strecke wird dabei auf der Trasse der ehemaligen Hochwaldbahn zurückgelegt und auch sonst fährt man meist weit abseits Straßenverkehrs.
Etappe 3 führt anschließend durch sanftes Hügelland, leicht abfallend und kommt auf eine Gesamtlänge von ca. 55 km.
Als Abschluss führt die vierte Etappe durch den vorderen Hunsrück und schließlich hinab ins Rheintal. Vorher wartet mit dem Anstieg zum Bingerwald noch ein letztes anspruchsvolleres Teilstück, dann geht es zügig hinunter in Richtung Rhein. Nach 34 km endet diese Etappe und damit auch der Hunsrück-Radweg.

An den Etappenorten und an vielen weiteren Orten entlang der Strecke existieren Einkehrmöglichkeiten und auch gute Übernachtungsmöglichkeiten. Dazu warten viele Sehenswürdigkeiten auf den Radfahrer. An vielen Stellen gibt es Anknüpfungspunkte zu weiteren schönen Radwegen im Hunsrück.

Die Burgruine Sponheim

18. März 2011

Ein Hunsrück-Urlaub ist vor allem für Naturfreunde und diejenigen, für die zu einem gelungenen Urlaub auch ein bisschen Kultur gehört, die richtige Wahl. Wunderbare Landschaften sind gespickt mit tollen historischen Bauten, alten Bergwerken und vielen spannenden kulturellen Angeboten. Aus den vielen beeindruckenden, umfassend restaurierten oder erstaunlich gut erhaltenen Burgen und Schlössern eine Top-Liste aufzustellen, ist fast nicht möglich, da jedes der alten Gemäuer seinen eigenen Charme hat und mit ganz eigenen Besonderheit begeistert.
Eines der vielen sehenswerten Bauwerke in der Hunsrücker Gegend ist die Burgruine Sponheim. Wie der Name schon sagt, ist heute leider nur noch eine Ruine erhalten, doch, was von der einstigen Burg übrig geblieben ist, ist wahrlich beeindruckend und so sollten Sie für den Besuch der Burgruine Sponheim mehr Zeit als nur einen kurzen Abstecher bei einer Wanderung einplanen.
Urkundlich erwähnt ist die Burg erstmals im Jahr 1127, doch es gibt Hinweise, dass die Burg bereits im 11. Jahrhundert erbaut wurde, also schon fast 1000 Jahre alt ist. Bedenkt man dieses Alter, bekommen die massigen Ruinen, die ein sehr konkretes Bild von der damaligen Burg erlauben, eine besonders ehrwürdige Aura. Die Geschichte der Burg ist belebt. Einst residierten in ihr die mächtigsten Grafengeschlechter, die im 12. Jahrhundert auch einen prächtigen Ausbau der Burg in Auftrag gaben. Als Stammsitz fungierte die Burg aber nur kurzzeitig und wurde schon bald zum Witwensitz und noch später zur Ganerbenburg umfunktioniert. Gräfliche Ministerialen bewohnten die Burg Sponheim in der Folgezeit und aus Urkunden geht hervor, dass die Burg in dieser Zeit über eine eigene Burgkapelle verfügt haben muss.
Nachdem die Burg im 15. Jahrhundert mehrfach den Besitzer gewechselt hatte, wurde sie im 30 jährigen Krieg unter dem spanischen General Spinola schlimm verwüstet und beinahe vollkommen zerstört. Umso beeindruckender ist der hervorragende Zustand des Wohnturmes, in dessen Innerem die aufwendigen Fenster ebenso gut erhalten sind wie Kamin und Abort.
Beim Erkunden der Ruine inmitten schönster Natur kann man sich richtig vorstellen, wie dort im hohen Mittelalter der Prunk regierte, doch ebenso deutlich sind auch die Spuren des Krieges, die vom einstigen Glanz und Pomp der Burg nicht viel übrig ließ.