Die Hunsrückbahn führte einst von Boppard-Süd bis nach Simmern und verlief die ersten Kilometer auf der Linken Rheinstrecke. Jedoch wurde der Abschnitt von Emmelshausen nach Simmern zurück gebaut. Auf diesem Abschnitt verläuft heute der Schinderhannes-Radweg. Der 15 km lange Abschnitt von Boppard nach Emmelshausen wird aktuell für den öffentlichen Personen-Nahverkehr genutzt und von Rhenus Veniro betrieben. Unterschieden werden muss die Hunsrückbahn von der Hunsrückquerbahn, die von Hermeskeil über Simmern nach Langenlonsheim fährt.
Schon im Sommer des Jahres 1908 wurde die Hunsrückbahn eröffnet, allerdings nicht unter ihrem heutigen Namen. Der Bau der Bahn kostete 13 Todesopfer durch Erdrutsche beim Bohren der Tunnel. Die Bahn führte auf der Steilstrecke von Boppard nach Boppard- Buchholz durch 5 Tunnel und über 2 Viadukte. Auf dieser Steilstrecke gab es Zahnrad-Bahn-Betrieb. Später wurden dampfgetriebene Lokomotiven eingesetzt. Die Baureihe 94.5 verkehrte solange, bis die ersten Dieselloks und Triebwagen zum Einsatz kamen.
Zu allen Zeiten wurde die Hundsrückbahn von der Bevölkerung sehr wohlwollend angenommen. Die heutige Hunsrückbahn erfreut sich unter anderem auch deshalb solch großer Beliebtheit, weil sie durch eine landschaftlich überaus reizvolle Gegend führt. An steilen Hängen entlang schlängelt sich der Verlauf der Trasse und überquert auf Viadukten auch noch heute die tiefen Schluchten des Hunsrücks um dann wieder in dichte Wälder einzutauchen. Die gefahrenen Geschwindigkeiten darf man getrost als beschaulich bezeichnen. Dies ist aber auf der relativ kurzen Entfernung von knapp 15 km kein entscheidender Zeitfaktor.
Als Adhäsionsbahn gilt die Hunsrückbahn auf dem Abschnitt von Emmelshausen nach Boppard als die steilste Westdeutschlands. Auf der 6 km langen Strecke von Boppart nach Boppard-Buchholz überwindet sie einen Höhenunterschied von knapp 340 m bei einer Steigung von mehr als 6 Prozent.