Archiv für die Kategorie ‘Sehenswürdigkeiten’

Die Hunsrückbahn

Donnerstag, 03. Februar 2011

Die Hunsrückbahn führte einst von Boppard-Süd bis nach Simmern und verlief die ersten Kilometer auf der Linken Rheinstrecke. Jedoch wurde der Abschnitt von Emmelshausen nach Simmern zurück gebaut. Auf diesem Abschnitt verläuft heute der Schinderhannes-Radweg. Der 15 km lange Abschnitt von Boppard nach Emmelshausen wird aktuell für den öffentlichen Personen-Nahverkehr genutzt und von Rhenus Veniro betrieben. Unterschieden werden muss die Hunsrückbahn von der Hunsrückquerbahn, die von Hermeskeil über Simmern nach Langenlonsheim fährt.

Schon im Sommer des Jahres 1908 wurde die Hunsrückbahn eröffnet, allerdings nicht unter ihrem heutigen Namen. Der Bau der Bahn kostete 13 Todesopfer durch Erdrutsche beim Bohren der Tunnel. Die Bahn führte auf der Steilstrecke von Boppard nach Boppard- Buchholz durch 5 Tunnel und über 2 Viadukte. Auf dieser Steilstrecke gab es Zahnrad-Bahn-Betrieb. Später wurden dampfgetriebene Lokomotiven eingesetzt. Die Baureihe 94.5 verkehrte solange, bis die ersten Dieselloks und Triebwagen zum Einsatz kamen.

Zu allen Zeiten wurde die Hundsrückbahn von der Bevölkerung sehr wohlwollend angenommen. Die heutige Hunsrückbahn erfreut sich unter anderem auch deshalb solch großer Beliebtheit, weil sie durch eine landschaftlich überaus reizvolle Gegend führt. An steilen Hängen entlang schlängelt sich der Verlauf der Trasse und überquert auf Viadukten auch noch heute die tiefen Schluchten des Hunsrücks um dann wieder in dichte Wälder einzutauchen. Die gefahrenen Geschwindigkeiten darf man getrost als beschaulich bezeichnen. Dies ist aber auf der relativ kurzen Entfernung von knapp 15 km kein entscheidender Zeitfaktor.

Als Adhäsionsbahn gilt die Hunsrückbahn auf dem Abschnitt von Emmelshausen nach Boppard als die steilste Westdeutschlands. Auf der 6 km langen Strecke von Boppart nach Boppard-Buchholz überwindet sie einen Höhenunterschied von knapp 340 m bei einer Steigung von mehr als 6 Prozent.

Kastellaun im Hunsrück

Freitag, 03. Dezember 2010

Das kleine Städtchen Kastellaun im Hunsrück ist sicher nicht gerade eine Weltmetropole. Mit ihren nicht viel mehr als 5000 Einwohnern mag sie auf den einen oder anderen Großstädter wie ein kleines Dörfchen wirken, in dem es kaum etwas zu sehen gibt. Doch wer sich einmal nach Kastellaun verirrt und sich ein bisschen auf die Stadt einlässt, der wird schnell merken, dass Kastellaun einen ganz besonderen Charme hat und für einen ruhigen Urlaub im Hunsrück wirklich gut geeignet ist.
In Kastellaun ist die Zeit nicht stehen geblieben, aber man beeilt sich auch nicht ganz so sehr, altbewährtes abzuschaffen. Gemütliche Fachwerkhäuser, Bruchstein und Schiefer prägen die Stadt und vermitteln einen Eindruck von Ruhe und Frieden. Diese Atmosphäre gepaart mit der wunderschönen Umgebung und der teilweise fast völlig unberührten Natur bieten ideale Vorraussetzungen für einen gelungenen Urlaub mit viel Natur, Ruhe und frischer Luft und wenig Stress, Hektik und Lärm.
Neben herrlicher Natur ist Kastellaun als Ort für einen Urlaub im Hunsrück vor allem deshalb so attraktiv, weil es hier auch in Sachen historischer Bauwerke einiges zu sehen gibt. So ist für Kirchen-Interessierte die Evangelische Kirche ein absolutes Muss. Bereits im 13. Jahrhundert erbaut ist sie ein beeindruckendes Beispiel mittelalterlichen Baustils. Ebenfalls überaus sehenswert sind zwei Grabdenkmale am Ostende der Kirche. Begraben liegen dort der Graf Simon II von Sponheim-Bad Kreuuznach und seine Frau Elisabeth, eine einstige Valkenburg. Auch andere hunderte Jahre alte Grabmäler sind dort zu finden.
Noch beeindruckender ist die Burg Kastellaun, die ihren Platz mitten im Zentrum der Stadt findet. Auf einem emporragenden Felsen wurde sie im 12. Jahrhundert erbaut, musste den vielen Jahren, in denen sie Wind und Wetter ausgesetzt war, aber Tribut zollen. Aufwändigen Erhaltungsarbeiten Anfang der 90er Jahre ist es zu verdanken, dass man sich heute wieder einen guten Eindruck der einstigen Größe der Burg machen kann.