Archiv für Januar 2007

Die Kelten im Hunsrück

Freitag, 12. Januar 2007

Auch wenn der Hundsrück ein weisser Fleck auf der Deutschlandkarte der Touristiker ist, Sehenswertes gibt es durchaus. Man muss nicht immer eine weite Reise unternehmen, um Interessantes zu erleben.

Ringwall von Otzenhausen
Dass der Hundsrück seit der Jungsteinzeit von Menschen durchgehend besiedelt ist, ist inzwischen hinreichend bewiesen. In der Antike lebten in dieser Region Stämme der Kelten. Steinerne Zeugen dieser Zeit gibt es nur wenige, aber dafür beeindruckende. Bestes Beispiel dafür ist der Ringwall von Otzenhausen, im Volksmund Hunnenring genannt. Mit dem kriegerischen Nomadenvolk hat diese Anlage nichts zu tun, vielmehr ist es eine Schutzburg der Treverer. Die Mauern ragten bis zu 25 Meter hoch bei einer Dicke bis zu unglaublichen 40 Metern. Das Mauerwerk zieht sich in Keilform 2,5 Kilometer und umschließt ein Areal von 18 Hektar. Allein diese Ausmaße dürften die Festung zu einer der bedeutensten Anlagen der Spätantike machen. Das Gelände ist öffentlich zugänglich. Führungen gibt es auf Bestellung über die Gemeinde. Ansonsten informieren Schautafeln in fünf Sprachen die Besucher.

Keltensiedlung Altburg
Weitaus kleinere Ausmaße als Otzenhausen hatte die Keltensiedlung bei Altburg. Über den Hahnbachtal gelegen, gegenüber der mittelalterlichen Schmidtburg, bestanden alle Gebäude und Befestigungsanlagen hauptsächlich aus Holz. Das Rheinische Landesmuseum, das zwischen 1971 und 1974 Ausgrabungen durchführte, konnte anhand der Pfostenlöcher Kleinburg und Siedlung rekonstruieren. 1988 wurde ein Teil der Gebäude wieder aufgebaut und in einem Freilandmuseum den interessierten Besuchern zur Besichtigung freigegeben. Einmal im Jahr findet im Freilandmuseum ein Keltenfest mit Vorführungen statt.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung sind das Schaubergwerk Herrenberg. Die Region eignet sich hervorragend für einen billigen Urlaub, auch als Ausgangspunkt für Ausflüge in das benachbarte Frankreich.